
Und es ist auch ziemlich widerwärtig, selbst wenn der Landshuter Landrat Peter Dreier betont, die Mitfahrer seien sämtlich Freiwillige. Entscheidend ist, dass er Menschen in Not und Schutzbefohlene politisch für seine Zwecke ausnutzt.

Und es ist auch ziemlich widerwärtig, selbst wenn der Landshuter Landrat Peter Dreier betont, die Mitfahrer seien sämtlich Freiwillige. Entscheidend ist, dass er Menschen in Not und Schutzbefohlene politisch für seine Zwecke ausnutzt.
Vor dem Kanzleramt kommt ein Bus mit 31 Syrern aus Landshut an. Landrat Dreier will damit ein Zeichen der Überforderung setzen. Leidtragende der PR-Aktion: die Migranten. Am Ende des Tages sitzen die 31 Flüchtlinge am Tisch einer Pension, die mit dem Auto 20 Minuten von Berlin entfernt liegt. Sie wissen nicht, wo sie morgen schlafen. Sie wissen nicht, ob sie heute Nacht schlafen. Denn sie haben nur die kommenden Stunden Zeit sich zu entscheiden, ob sie am Freitagmorgen mit dem Bus zurück nach Landshut fahren, wo sie heute erst gestartet sind. Oder ob sie in Berlin bleiben, wo sie nicht wissen wohin. Sie wissen nichts. „Wir sind so traurig“, sagt einer von ihnen. Er macht eine Pause. „So traurig.“
Den ganzen Tag schon saßen sie gemeinsam im Bus: Von Landshut nach Berlin, rund 550 Kilometer, acht Stunden lang. Acht Stunden, weil unterwegs einer von ihnen auf der Raststätte vergessen wurde und sie umkehren mussten – sinnbildlich. Die Fahrt ist kostenlos. Einer von ihnen erzählt später, was ihnen versprochen wurde in Berlin: bessere Unterkünfte, schnellere Anerkennung verschiedener Dokumente, ein besseres Leben.
Zwei Stunden saßen sie im Bus, bis sie merkten: Bei dieser Fahrt geht es um die Frage des Wohnraummangels, um Integrationsdebatten, um die Verantwortlichkeit für Flüchtlinge, die sich Bund und Kommunen gegenseitig hin und her schieben. Aber es geht nicht um sie. „Wir sind Teil eines Spiels“, sagt Ahmad Wahbe aus Damaskus. Und: „Hätte ich das gewusst, wäre ich nicht mitgefahren. Wir hatten keine Ahnung.“
Quelle: Zeit Online
dazu: Flüchtlinge der Kanzlerin vor die Tür karren – einfach nur widerwärtig
Bisher kennt man solche Aktionen nur von Bauern, die ihren Frust buchstäblich vor Ministerien, Ämtern oder Supermärkten abladen. Dabei geht es um Milch, Mist und Zuckerrüben. Dass ein Kommunalpolitiker Dutzende Menschen aus Protest vors Kanzleramt in Berlin karrt, ist jedoch neu.
Und es ist auch ziemlich widerwärtig, selbst wenn der Landshuter Landrat Peter Dreier betont, die Mitfahrer seien sämtlich Freiwillige. Entscheidend ist, dass er Menschen in Not und Schutzbefohlene politisch für seine Zwecke ausnutzt. Das ist ein weiterer Schritt zur Verrohung der politischen Kultur.
Dreier macht das mit voller Unterstützung seines Parteifreunds Hubert Aiwanger. Der Chef der Freien Wähler versucht schon länger, die CSU in der Flüchtlingspolitik rechts zu überholen, weil er glaubt, dass sich daraus Kapital schlagen lässt. In Wahrheit vertreibt Aiwanger damit jenes Klientel, das ihn in den Landtag gewählt hat: liberal-konservative Wähler, die gleichermaßen mit CSU und SPD unzufrieden sind.
Quelle: Süddeutsche
Homepage SPD Kreisverband Neumarkt