
Bild: cc (The big money, DMuir)
Ein Kommentar von Christian Scholz
Da war er wieder - der mittelgroßer Crash, von dem zuvor keiner etwas zu wissen glaubte - auch wenn doch schon lange klar ist, dass an der Börse nichts unmöglich ist. Dubai ist zahlungsunfähig und schon fürchten die Börsianer um ihr Weihnachtsgeld [Quelle]. Dabei zeigt sich vor allem eines: Abgesehen von ein paar, an dem Ausmaß der Krise gemessenen, mickrigen Rettungspaketen, hat sich nichts getan. Der Zynismus von der überwundenen Krise, d.h. das Geschwätz vom wieder aufflammenden Wirtschaftswachstum, welches alle Wirtschaftsverbände bei jeder Gelegenheit herum posaunen, ist nicht mehr Wert als das Papier auf dem es gedruckt wird.
Verschlimmernd kommt hinzu, dass jeder der Wirtschaftsfachmänner, sofern er auch tatsächlich einmal ein ordentliches Buch über Finanzmärkte gelesen hat, weiß, dass die Gewinne und Verluste an der Börse wohl keine charakteristische Größe besitzen, sondern jedes Wirtschaftswunder und jeder Jahrtausend-Crash eine nicht zu vernachlässigende Wahrscheinlichkeit hat. Wer darüber schweigt nimmt entweder das Leid jeder Krise billigend in Kauf oder ist hoffnungslos unqualifiziert. Im Schwarz/Gelben Regierungskabinett ist vermutlich beides der Fall.
