Die nächste Krise kommt bestimmt

Veröffentlicht am 28.11.2009 in Vorankündigung

Bild: cc (The big money, DMuir)

Ein Kommentar von Christian Scholz

Da war er wieder - der mittelgroßer Crash, von dem zuvor keiner etwas zu wissen glaubte - auch wenn doch schon lange klar ist, dass an der Börse nichts unmöglich ist. Dubai ist zahlungsunfähig und schon fürchten die Börsianer um ihr Weihnachtsgeld [Quelle]. Dabei zeigt sich vor allem eines: Abgesehen von ein paar, an dem Ausmaß der Krise gemessenen, mickrigen Rettungspaketen, hat sich nichts getan. Der Zynismus von der überwundenen Krise, d.h. das Geschwätz vom wieder aufflammenden Wirtschaftswachstum, welches alle Wirtschaftsverbände bei jeder Gelegenheit herum posaunen, ist nicht mehr Wert als das Papier auf dem es gedruckt wird.

Verschlimmernd kommt hinzu, dass jeder der Wirtschaftsfachmänner, sofern er auch tatsächlich einmal ein ordentliches Buch über Finanzmärkte gelesen hat, weiß, dass die Gewinne und Verluste an der Börse wohl keine charakteristische Größe besitzen, sondern jedes Wirtschaftswunder und jeder Jahrtausend-Crash eine nicht zu vernachlässigende Wahrscheinlichkeit hat. Wer darüber schweigt nimmt entweder das Leid jeder Krise billigend in Kauf oder ist hoffnungslos unqualifiziert. Im Schwarz/Gelben Regierungskabinett ist vermutlich beides der Fall.

Dazu auch ein Kommentar im Tagesspiegel:

Alle bisher erreichte Stabilisierung beruht lediglich auf den Stützungskrediten der Zentralbanken und den schuldenfinanzierten Programmen zur Bankenrettung. Allein die Banken der Eurozone haben sich mehr als 600 Milliarden Euro bei der Europäischen Zentralbank zum Billigzins von einem Prozent geliehen. Gleichzeitig haben sie nach Schätzung des Internationalen Währungsfonds aber noch nicht einmal die Hälfte der erwarteten Verluste in Höhe von ebenfalls rund 600 Milliarden Euro abgeschrieben.
Immer dringender wird daher, dass die Regierungen die notwendige Schrumpfung der aufgeblähten Finanzbranche mit Macht vorantreiben. Denn bisher ist davon nur wenig zu erkennen.

 
 

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