Jeder schiebt das Problem über die Grenze zurück

Veröffentlicht am 09.07.2018 in Allgemein

Über die Flüchtlinge selbst und ihre Fluchtgründe werde in der europäischen Migrationspolitik gar nicht diskutiert, sagte der Regisseur und Autor des Flüchtlingsfilms “Eldorado”, Markus Imhoof, im Dlf. Es sei nur Thema, wie man sich die Last vom Hals schaffen könne.

Die Zahlen sind erschreckend: Seit Jahresbeginn starben laut UN-Angaben mehr als 1.400 Menschen bei der Fahrt über das Mittelmehr. Im Juni ist jeder sechste, der von Libyen aus aufgebrochen war, ums Leben gekommen.
Das ist die Realität der sogenannten Flüchtlingskrise, mit der sich der schweizer Filmemacher Markus Imhoof schon lange und intensiv auseinandersetzt. “Eldorado” heißt sein aktueller Film, ein Dokumentarfilm, für den er unter anderem die italienische Seenotrettungsmission “Mare Nostrum” begleitet hat – eine Mission, die schon lange beendet ist. Die neue italienische Regierung setzt bekanntlich nicht auf Rettung, sondern verweigert Rettungsschiffen ziviler Organisationen, in italienische Häfen einzulaufen.Leider habe Italiens Innenminister Matteo Salvini mit diesem Kurs Erfolg bei der Bevölkerung, sagte Markus Imhoof im Dlf. “Das hängt damit zusammen, dass Italien eine der größten Lasten der ganzen Flüchtlingsthematik zu tragen hat.” Imhoof verwies auf das Dublin-Abkommen, nach dem Flüchtlinge in dem Land behandelt und ihre Asylgesuche geprüft werden, in dem sie angekommen sind.
Quelle: Deutschlandfunk

 
 

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