Politisch- kultureller AscherDonnerstag 2013 in Darshofen

Veröffentlicht am 15.02.2013 in Veranstaltungen

 

Mehr Bayern -

weniger München

Der Knerr-Saal ist voll. Die Gäste drängen
sich an den alten, blitzblank
gescheuerten Holztischen, der Ölofen
an der Saalwand glüht, dass einem
die Zunge trocknet. „Genau! Ude“
steht auf roten Schildern, die neben
der Bühne hängen. Die Bedienungen
jonglieren zwischen den Stuhlreihen
unablässig mit Bier, Currywürsten und Bratheringen. AscherDonnerstag in Darshofen.

PARSBERG/DARSHOFEN — Über allem Trubel, in zwei, drei Metern Höhe, hängt der Gekreuzigte an der Wand und beobachtet wohlwollend das Spektakel: Wenn die Darshofener und Parsberger SPD zum AscherDonnerstag lädt, ist der Saal voll. Rund 130 Gäste drängen sich an den Tischen, zum Schluss müssen gar noch Stühle hereingetragen werden, so groß ist der Zuspruch. „Der ist besser als gestern die Ilse Aigner“, murmelt einer. Die habe beim Aschermittwoch der CSU in Parsberg das Publikum zum Applaudieren fast animieren müssen — bei Rinderspacher geht das von alleine. „Als Fraktionsvorsitzender bin ich immer im Wahlkampf“, sagt der 43-Jährige; er ist in Kaiserslautern geboren, in der Pfalz — weshalb er sich in der anderen Hälfte des einstigen Herrschaftsgebietes, der Oberpfalz, wie zuhause fühlt. Das sagt er auch, unter Applaus. Die Stimmung in der SPD sei gut und auch die Stimmung für die SPD in Bayern sei gut, sagt er. Er will sich bis zur Wahl im September nur einen Familientag zuhause gönnen, ansonsten will er die oft historisch genannte Chance nutzen, die SPD in die Regierung zu bringen. Was ihm Rückenwind gibt: „Mit Argumenten kommt man heute auch bei CSUler durch.“ Ob sie deswegen gleich SPD wählen, muss sich weisen. Eloquent, nett, mit dem Florett und nicht dem Säbel wirft sich Rinderspacher in die Schlacht: Atomausstieg, Abschaffung der  Wehrpflicht und der Studiengebühren, das alles habe die SPD gefordert; die CSU mit Horst Seehofer habe es später auch umgesetzt. Der Wink ist klar. Deshalb auch der Satz: „Mit uns wird es keine spektakulären Wenden geben, wir machen solide Politik.“ Applaus auch für den Satz: „Wie soll ich Seehofer toppen? Wenn jemand sein Kabinett so beschreibt, wie er es getan hat, dann müssen die Wähler Horst Seehofer korrigieren.“ „Die CSU tut, als hätte sie die Alpen aufgetürmt und die Seen selbst gegraben“, spottet Rinderspacher. Er verspricht weniger München und mehr Region; auch bei den Schulen müsse nachgebessert werden: „Wir brauchen eine Schule für alle, damit die Schule im Dorf bleibt.“ Punkt für Punkt arbeitet der Fraktionsvorsitzende in freier Rede seine Agenda ab und viele, die kein Parteibuch haben, klatschen trotzdem, weil es klare Ansagen sind. Besonders viel Applaus gibt es dafür: „Nach 55 Jahren muss sich die CSU auch mal ausruhen dürfen.“ Schließlich stehe in der Verfassung nicht, die Landesfarben seien schwarz-gelb, sondern weiß-blau.

Eröffnet hatte Martin Beiderbeck, der für den Abend verantwortlich zeichnete; SPD-Ortsvorsitzender Josef Hierl stellte das Ziel für die  Kommunalwahl 2014 vor: „Wir wollen die absolute Mehrheit der CSU knacken.“ Außerdem forderte er, so schnell wie möglich wieder einen Drogeriemarkt in Parsberg anzusiedeln. Durch falsche Weichenstellung habe das der Stadtrat bisher unmöglich gemacht. „Seehofer hat gesagt, Bayern und
die SPD passen nicht zusammen“: Die Aussage beim politischen Aschermittwoch der CSU ließ bei SPD-Kreisvorsitzender Carolin Braun die Zornesader schwellen. Ihr Urgroßvater sei SPDler und 1919 Arbeiter- und Soldatenrat in München gewesen, habe damals mit dazu beigetragen, das die Revolution nicht eine blutige wurde; Wilhelm Högner, ebenfalls SPD, sei der erste Ministerpräsident Bayerns nach dem Zweiten Weltkrieg gewesen, habe an Verfassung und Grundgesetz mitgearbeitet, und dann dieser Satz Seehofers: „Mir hätt’s fast den Huat abbrennt.“

Nach dem straffen Polit-Teil gab es Kabarett: Die Roten Hummeln flogen aus Eichstätt ein und sorgten für so
manchen Lacher — auch wenn der eine oder andere ob ihrer herben, aber durchaus angebrachten Sozialkritik
fast weh tat. Aber: Den Finger bestens in die Wunde gelegt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gruppenfotos:

von links nach rechts:OV-Vorsitzender Josef Hierl, MdL Reinhold Strobl, Direktkandidatin Bezirkstag Gertrud Hesslinger, Listenkandidat Landtag AndreasGabler, Frakttionsvorsitzender der SPD im bayerischen Landtag MdL Markus Rinderspacher, Vorsitzender der Juso AG Martin Beiderbeck und stellv. Landrätin, Kreisvorsitzende und Direktkandidatin für den Landtag Carolin Braun

 
Örtliche SPD-Vertreter, MdL Reinhold Strobl und MdL Markus Rinderspacher gemeinsam mit Vertretern des BDM Bayern (2. v. rechts: Friedrich Wienert, Vorsitzender Bund deutscher Milchbauern in Bayern)

 

 
 

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